Donnerstag, 19. März 2009

Der Ostblock wie er leibte und lebte

Umwelteinflüsse spielen heutzutage eine immer größere Rolle, wenn Kinder an Erkrankungen der Atemwege zu leiden beginnen. Asthma ist am Vormarsch, und viele Atemwegserkrankungen, die erst sehr spät entdeckt werden, tragen ihre Ursachen in der permanenten Umweltbelastung. Der ehemalige Ostblock, und hier allen voran die ehemaligen Gebiete der DDR, Tschechoslowakei, Polen und Ukraine, boten in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts große Belastungen für die Menschen vor Ort. Die Luftgütemessungen zeugten von einer verheerenden Zunahme der Luftverschmutzung. Erst mit dem Zusammenbruch des Warschauer-Paktes und des Kommunismus Ende der achtziger Jahre wurde ersichtlich, wie groß die Schäden bereits vor Ort waren. Es dauerte Jahrzehnte, bis die Böden in der DDR einigermaßen erholt und die Gewässer wieder sauber wurden. Vieles wird niemals wieder so sein, wie vor der Umweltzerstörung und –verschmutzung. Aber der Großteil dessen, was seinerzeit angerichtet worden war durch die Verantwortlichen dieser Ostblockregierungen, konnte bis heute wieder einigermaßen ausgeglichen werden.

Zur Zeit des Ostblocks rieten die polnischen und ukrainischen Ärzten den Eltern kranker Kinder, diese doch an die Schwarzmeerküste oder die Ostsee zur Kur zu schicken. Diese Kuren würden wahre Wunder vollbringen. Womit man auch nicht unrecht hatte, aber die Probleme wurden so nicht gelöst, sondern höchstens aufgeschoben. Zurück von der Kur dauerte es meist keine zwei bis drei Wochen, bis bei den Kinder wieder ihre alten Leiden zurückgekehrt waren. Derart frustriert von einem Wechselbad der Gefühle musste in vielen Kindern der Wunsch reifen, endlich völlig zu gesunden. Dieser Wunsch ging nur bei den wenigsten dieser jungen Leute in Erfüllung. Wer sich eine Inhalation mittels westlichem Inhalators leisten konnte, der konnte sich schon glücklich schätzen, ein klein wenig besser dazustehen als die vielen vielen anderen Personen, die ohne jede Hilfe von außen mit ihren Beschwerden zurecht zu kommen hatten. Im Rückblick betrachtet wurde diese Zeit wohl zur meistgehassten für an Atemweg erkrankte Ostblock-Bürger.